Im Juni 2013 hat die Plattform Geschichtspolitik das Denkmal des Wiener Dichters Josef Weinheber ohne Wissen der zuständigen Behörden durch Grabungsarbeiten freigelegt. Weinheber war bekennender Nationalsozialist in teilweise führender Position. Seine Büste steht seit Jahren ohne entsprechenden Verweis im Park des Wiener Schillerplatz.

Trotz wiederholter Kritik verabsäumte die Stadt Wien bis dahin eine Kontextualisierung bzw Umgestaltung des Denkmals. Im Gegenteil: als Reaktion auf diverse Interventionen befestigte die Stadt Wien das Personendenkmal 1991 mit einem unterirdischen Beton-Sockel von einem Kubikmeter Volumen. Diesen Sockel machten die Künstler*innen nun durch eine landschaftsarchitektonische Maßnahme sichtbar. Mit Schaufel und Spaten haben sie die konfliktreiche Geschichte des Denkmals offen gelegt, um auf den gespaltenen Umgang Österreichs mit nationalsozialistischen Persönlichkeiten hinzuweisen.

“Das Denkmal kann unserer Meinung nach keinesfalls in dieser Form bestehen bleiben.” Das erklären Eduard Freudmann, Chris Gangl und Tatiana Kai-Browne in einem Bekenner*innenschreiben, das auch der Staatsanwaltschaft übermittelt wurde. In dem Schreiben berichten einige der Denkmalstürmer*innen von ihren Versuchen, den Amtsweg zu beschreiten. 2011 wurde ein Umgestaltungsentwurf bei der zuständigen Stelle der Stadt Wien eingereicht. Einer zunächst bedingt erteilten Zusage folgte ein negativer Bescheid. Auch von sich aus setzten die Behörden keine weiteren Schritte.

Deshalb habe man sich entschlossen, auf eigene Faust tätig zu werden und eine kulturpolitische Debatte anzustoßen: “Diese Maßnahme ist weniger als Antwort zu verstehen, denn als Frage, in welcher Form das vorliegende Nazi-Denkmal umzugestalten ist”, so die Plattform Geschichtspolitik.

Kunde

Plattform Geschichtspolitik

Auftrag

Kampagnenberatung

Durchführung

Philipp Sonderegger

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